Fazit: Reflexion üben
Die praktischste Strategie besteht darin, sich das Reflektieren zur Gewohnheit zu machen.
Anstatt nur zu fragen: „Wie sieht ihre Kultur aus?“,
sollten wir auch fragen: „Welche Annahmen treffe ich gerade?“
Diese einfache Frage hilft uns, einen Gang herunterzuschalten, voreilige, von Stereotypen geprägte Interpretationen zu vermeiden und offen für verschiedene Perspektiven zu bleiben.
Das Ziel ist es, uns dieser Annahmen bewusster zu werden und flexibler zu reagieren.
Übung: Halten Sie inne und überprüfen Sie Ihre Annahmen
Schritt 1. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um über Ihre eigenen Erfahrungen nachzudenken. Erinnern Sie sich an eine Situation aus der jüngsten Vergangenheit (bei der Arbeit, zu Hause oder online), in der Sie das Verhalten einer Person überrascht oder verwirrt hat.
Zum Beispiel: ein Kollege/eine Kollegin, die/der in einer Besprechung nicht geantwortet hat, eine Schülerin/ein Schüler, die/der geschwiegen hat, oder ein*e Freund*in, die/der sich anders verhalten hat, als Sie erwartet haben.
Schritt 2. Schreiben Sie Ihren ersten Eindruck von dem Geschehenen auf.
Denken Sie dann darüber nach: „Welche Annahmen treffe ich gerade?“
Berücksichtigen Sie kulturelle Unterschiede, Persönlichkeit, Kontext oder andere externe Faktoren.
Zum Beispiel: „Vielleicht verarbeitet die Person die Frage gerade innerlich, oder in ihrer Kultur ist Schweigen ein Zeichen von Respekt.“
Schritt 3. Überlegen Sie sich als Nächstes, wie das Bewusstsein für diese Annahmen Ihre Reaktion in Zukunft verändern könnte. Schreiben Sie 1–2 Sätze auf, in denen Sie bebeschreiben, wie Sie eine ähnliche Situation anders angehen könnten, wobei Sie verschiedene Perspektiven im Blick behalten.